Was macht eine Tätigkeit kreativ?
Wer eine visuelle Sprache entwickelt, einen Raum entwirft oder ein digitales Produkt gestaltet, arbeitet mit offenen Fragen. Die Aufgabe lässt mehrere Lösungen zu. Zum Beruf gehört deshalb nicht nur die Idee, sondern auch, Entscheidungen zu begründen, sie mit anderen zu erproben und unter konkreten Bedingungen umzusetzen.
Der Begriff Kreativwirtschaft beschreibt dabei nicht einfach alle Menschen, die gelegentlich kreativ denken. Für Branchenvergleiche werden Tätigkeiten und Unternehmen nach festgelegten Kategorien erfasst. Welche Definition eine Studie verwendet, entscheidet darüber, welche Zahlen miteinander vergleichbar sind.
Beruf und Branche sind zwei unterschiedliche Perspektiven
Eine Designerin kann in einer Designagentur arbeiten, aber auch in einem Industrieunternehmen. Der Beruf bleibt gestalterisch; die Branche des Arbeitgebers kann eine andere sein. Die Forschung des Zurich Centre for Creative Economies unterscheidet deshalb auch kreative Tätigkeiten ausserhalb der eigentlichen Kreativbranchen.
Für Ihre Stellensuche ist diese Unterscheidung nützlich: Suchen Sie sowohl nach fachlichen Aufgaben als auch nach Arbeitgebern, deren Produkte oder Themen Sie interessieren. Beschränken Sie sich nicht automatisch auf Unternehmen mit «Kreativ» im Namen.
Vier Arbeitsrichtungen im Vergleich
| Richtung | Typische Aufgabe | Was eine Arbeitsprobe zeigen sollte |
|---|---|---|
| Design & Kommunikation | Information verständlich und erkennbar gestalten | Zielgruppe, gestalterische Entscheidung, Anwendung |
| Architektur & Raum | Räumliche Anforderungen in einen Entwurf übersetzen | Kontext, Varianten, Planungsstand, eigener Anteil |
| Games & digitale Produkte | Interaktionen und Abläufe entwickeln | Spielbarer oder testbarer Ausschnitt, Iterationen |
| Film, Musik & Kulturproduktion | Ein Werk oder eine Produktion realisieren | Ausgewählte Arbeiten und klar bezeichnete Rolle |
Das ist eine praktische Orientierung, keine vollständige Berufssystematik. In einzelnen Teams überschneiden sich die Aufgaben. Verbindlich für eine Bewerbung ist die konkrete Ausschreibung.
Vom Interesse zum nächsten Schritt
Wählen Sie zwei Tätigkeiten aus, die Sie tatsächlich ausprobieren möchten. Formulieren Sie je eine kleine Aufgabe, die sich in wenigen Tagen bearbeiten lässt: eine Informationsgrafik, ein Raumkonzept, eine kurze Filmszene oder ein einfacher Prototyp. Dokumentieren Sie die Frage, Ihre Versuche und das Ergebnis. So entsteht eine bessere Grundlage für ein Gespräch als aus einer Liste von Softwarekenntnissen allein.
Vergleichen Sie anschliessend einige reale Ausschreibungen. Markieren Sie wiederkehrende Aufgaben, geforderte Erfahrung und ausdrücklich verlangte Abschlüsse. Daraus lässt sich ableiten, ob zuerst ein Projekt, ein Praktikum, eine Weiterbildung oder eine direkte Bewerbung sinnvoll ist.
Wie dieses Dossier weiterhilft
Unsere Portfolio-Anleitung zeigt, wie Sie Ihren Beitrag nachvollziehbar darstellen. Der Wegweiser zur Stellensuche hilft bei der Auswahl von Quellen. Wer Zahlen zur Branche braucht, findet im Beitrag Kreativwirtschaft in Zahlen die Unterscheidung zwischen Erhebungsjahr, Definition und Veröffentlichung.
Quellen & weiterführende Informationen
Externe Angebote können sich ändern. Historische Quellen beschreiben den jeweils angegebenen Zeitraum.