Mit der gewünschten Aufgabe beginnen

Ein Portfolio ist eine Auswahl für eine bestimmte Leserin oder einen bestimmten Leser. Entscheiden Sie vor dem Zusammenstellen, für welche Tätigkeit es gedacht ist. Ein Studio für visuelle Identitäten wird andere Fragen stellen als ein Team für digitale Produkte. Die Arbeiten dürfen unterschiedlich sein, sollten aber eine nachvollziehbare Verbindung zur gewünschten Rolle haben.

Eine sinnvolle Reihenfolge beginnt mit einem passenden, starken Projekt. Danach folgen Arbeiten, die andere relevante Fähigkeiten zeigen. Die Anzahl ergibt sich aus der Aussagekraft Ihrer Beispiele. Zusätzliche Seiten sind kein Vorteil, wenn sie dieselbe Kompetenz wiederholen.

Ein Projekt in fünf Schritten zeigen

  1. Ausgangslage: Was war die Aufgabe und für wen wurde gearbeitet?
  2. Rahmen: Welche Zeit, Mittel und Vorgaben standen zur Verfügung?
  3. Eigener Beitrag: Was haben Sie selbst übernommen, und wer war sonst beteiligt?
  4. Entscheidung: Welche Varianten wurden geprüft und weshalb haben Sie eine gewählt?
  5. Ergebnis: Was wurde tatsächlich umgesetzt, getestet oder gelernt?

Benennen Sie Schulprojekte und selbst initiierte Arbeiten als solche. Eine klar bezeichnete Übungsarbeit kann sehr aussagekräftig sein. Sie braucht keinen erfundenen Auftraggeber, um zu überzeugen.

Prozess sichtbar machen, ohne alles zu zeigen

Wählen Sie die wenigen Zwischenschritte aus, die eine Entscheidung erklären. Eine frühe Skizze kann sinnvoller sein als zehn nahezu identische Varianten. Bei Teamarbeiten beschreiben Sie Ihren konkreten Anteil. Bei einem digitalen Produkt helfen ein kurzer Ablauf und der getestete Ausschnitt; bei einer räumlichen Arbeit sind Massstab und Kontext wichtig.

Verwenden Sie verständliche Bildunterschriften. «Variante B» sagt wenig. «Grössere Beschriftung für bessere Lesbarkeit aus der Distanz» erklärt eine Entscheidung und zeigt, dass die Gestaltung auf eine Nutzung reagiert.

Für das tatsächliche Lesen gestalten

Ein PDF sollte sich ohne Spezialsoftware öffnen lassen. Achten Sie auf lesbare Schrift, nachvollziehbare Dateinamen und eine Grösse, die zum Bewerbungsweg passt. Eine Website muss die wichtigsten Arbeiten auch auf einem kleinen Bildschirm zugänglich machen. Verstecken Sie zentrale Informationen nicht hinter Animationen oder unerklärten Symbolen.

Testen Sie Ihre Auswahl mit einer Person, die das Projekt nicht kennt. Kann sie die Aufgabe, Ihren Anteil und das Ergebnis nach wenigen Minuten wiedergeben? Unklare Stellen liefern konkrete Hinweise für die Überarbeitung.

Vor dem Versand

  • Stimmt die Auswahl mit den Aufgaben der Stelle überein?
  • Sind Rollen, Projektstatus und Auftraggeber korrekt bezeichnet?
  • Dürfen Sie die gezeigten Informationen und Arbeiten veröffentlichen?
  • Funktionieren Links und lassen sich Dateien öffnen?
  • Sind Kontakt und Lebenslauf aktuell?

Vertrauliche Aufträge können Sie gegebenenfalls mit freigegebenen Ausschnitten oder einer abstrahierten Prozessbeschreibung erklären. Wenn eine Veröffentlichung unklar ist, klären Sie sie mit den Beteiligten, bevor Sie die Arbeit öffentlich zeigen.